Nutzen von Präregistrierungen

Eine Präregistrierung ist ein datiertes Dokument, in dem Forschende ihre Forschungspläne vor Beginn einer Studie festhalten. Es kann unmittelbar nach der Registrierung veröffentlicht oder bis zu einem festgelegten Zeitpunkt – etwa bis zur Publikation der Studie – unter Embargo privat bleiben. Die Präregistrierung legt Forschungsfragen, Hypothesen, Studiendesign und Analysestrategien verbindlich fest und macht sie für andere nachvollziehbar. Damit soll verhindert werden, dass Ergebnisse im Nachhinein verzerrt oder angepasst werden. Für den wissenschaftlichen Fortschritt ist es zudem wertvoll, wenn auch widerlegte Hypothesen und nicht-signifikante Ergebnisse veröffentlicht werden.

Werden Hypothesen und Studiendesign vorab offengelegt, sinkt das Risiko, dass Ergebnisse nachträglich so interpretiert oder selektiert werden, dass sie die ursprüngliche Hypothese stützen. Die öffentliche Präregistrierung von Versuchsplanung und Analyseplan ist daher ein wirksames Mittel gegen Verzerrungen und stärkt die Glaubwürdigkeit der Forschung. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Replikationskrise. Allerdings ist sie nicht für alle Forschungsarten oder Publikationsformate gleichermaßen geeignet. Einige Fachzeitschriften verlangen bereits Registered Reports. Dieses Modell könnte sich künftig stärker verbreiten.

Der zusätzliche Aufwand einer Präregistrierung ist oft geringer als erwartet. Da die Dokumentation einem Methodenabschnitt ähnelt, deckt sie sich weitgehend mit der ohnehin notwendigen Forschungsplanung. Vorgefertigte Templates mit definierten Fragen erleichtern den Einstieg und stellen sicher, dass alle relevanten Aspekte berücksichtigt werden.

Infografik: Nutzen von Präregistrierungen

Tipp

Worksheet 2 "Die eigene Forschung durch Präregistrieren verbessern" aus der Worksheet-Reihe des Open-Science-Magazins der ZBW.