Selbst Open Data veröffentlichen

Teilen Sie Daten und Materialien so oft es möglich ist öffentlich. Für die Veröffentlichung in vielen Zeitschriften ist es bereits eine Voraussetzung, dass Autor:innen die Daten auf Anfrage teilen. Gibt man selbst die eigenen Daten proaktiv frei, ist dies jedoch wesentlich effizienter und kann eine Reihe weiterer Vorteile bieten. Daten zu öffnen muss dabei nicht aufwendig sein. Für eine einfache Orientierung: es sind zwei grundlegende Wege, Open Data zu ermöglichen, zu unterscheiden:

  1. Daten technisch öffnen: Open Data liegt demnach vor, wenn die Daten als vollständiger Satz in einem maschinenlesbaren Format auf einer leicht zugänglichen Plattform zur Verfügung gestellt werden.
  2. Daten rechtlich öffnen: Dies geschieht, wenn die Daten unter rechtlichen Bedingungen zur Verfügung gestellt werden, die es den Nutzenden erlauben, sie weiterzuverteilen und vollständig wiederzuverwenden. Erreicht wird dies, wenn die Daten mit einer geeigneten Lizenz versehen werden, zum Beispiel mit einer Creative-Commons-Lizenz.

Gehen Sie am besten folgendermaßen vor, um Open Data zu veröffentlichen:

  1. Machen Sie das Teilen offener Daten zum Standard in Ihrem Forschungszyklus.
  2. Prüfen Sie, ob Sie die Möglichkeit einer Preregistrierung haben oder ob diese für Sie in Frage kommt.
  3. Befolgen Sie die FAIR-Data-Prinzipien bei der Arbeit mit Ihren Forschungsdaten.
  4. Hinterlegen Sie Ihre Daten am besten in einem Repository mit einer geeigneten Lizenz. Hier sind sie sicher aufbewahrt, bleiben abrufbar und können im Zuge einer zugehörigen Publikation referenziert werden. Ein Repository vergibt in der Regel DOIs oder andere dauerhafte Identifikatoren für Datensätze. Es stellt die langfristige Pflege und Verfügbarkeit sicher und sorgt für die Zugänglichkeit und eine größere Verbreitung.
  5. Die Veröffentlichung in einem Datenpaper in einem Datenjournal ist eine weitere Option: Ein Datenpaper ist ein wissenschaftlicher Beitrag, der sich mit der Beschreibung eines Rohdatensatzes und der Methodik der Datengewinnung beschäftigt. Es kann in einem Datenjournal veröffentlicht werden, das nur solche Artikel publiziert, oder in einer konventionellen Zeitschrift.
  6. Des Weiteren können Sie Ihre Forschungsergebnisse natürlich auch im Zuge einer klassischen Journal-Publikation veröffentlichen. Hierbei sind je nach Zeitschrift drei verschiedene Varianten zu beobachten: a) als Journal-Publikation, bei der die Forschungsdaten in einem externen Datenrepositorium liegen, b) als Journal-Publikation, bei der die Forschungsdaten in einem Datenarchiv des Journals abgelegt werden oder c) als Supplemental Material zu einer herkömmlichen Forschungspublikation. Bei letzterer Option besteht ein Nachteil darin, dass die Forschungsdaten quasi nur ein Anhängsel der Journal-Publikation sind. Sie sind weniger gut auffindbar, da für sie keine eigenen Metadaten erfasst werden und sie keine eigene DOI erhalten.
  7. Darüber hinaus können Sie Ihre Forschungsergebnisse selbstverständlich auch auf Ihrer persönlichen Website oder in sozialen Netzwerken kommunizieren sowie gegebenenfalls diskutieren, um nur einige Ideen zu nennen.

Der Weg der Forschungsdaten ist in einem Video von der Universität Konstanz beschrieben „Open Science: Von Daten zu Publikationen“: Repositorien ist in einem von der Universität Konstanz beschrieben.

Eine Möglichkeit, Open Data zu veröffentliche besteht darin, die Daten beim OSF hochzuladen. Dies wird in Worksheet 4 Die eigenen Daten nachhaltig und transparent machen aus der Worksheet-Reihe des Open-Science-Magazins der ZBW erläutert. Eine andere Möglichkeit ist eine Veröffentlichung auf GitHub. Das Tool Octopub leitet einen Schritt für Schritt durch die notwendigen Aufgaben zur Veröffentlichung eines Datensatzes auf GitHub.

Tipp

Anleitung “Wie dokumentiere ich meine Daten und stelle sie zur Verfügung?” auf https://auffinden-zitieren-dokumentieren.de, einem Informationsangebot, von ZBW, GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und RatSWD.