Forschung mit Open Data überprüfbar machen

Offene Forschungsdaten (Open Research Data) stellen einen wichtigen Bereich von Open Science dar und fördern das Vertrauen in die Wissenschaft. Werden Daten frei von technischen, finanziellen oder rechtlichen Barrieren verfügbar gemacht, so ermöglicht dies eine bessere Auffindbarkeit, Effizienzsteigerungen und eine bessere Qualitätssicherung. Denn vielfach sind Forschungsdaten derzeit noch unzugänglich, lagern auf USB-Sticks und privaten Datenträgern. Durch eine vermehrte Veröffentlichung und umfassende Dokumentation können Forschungsergebnisse zudem besser auf Robustheit überprüft und reproduziert werden. Open Research Data trägt folglich dazu bei, das im Zuge der Replikationskrise gefährdete Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken.

Das Verfügbarmachen von Forschungsdaten wird allmählich zum Standard und stellt auch einen zentralen Baustein guter wissenschaftlicher Praxis und reproduzierbarer Forschung dar. Damit einhergehen sollte ein systematisches Forschungsdatenmanagement, das zudem viele praktische Vorteile für den Forschungsalltag bietet. Außerdem verlangen Forschungsorganisationen zunehmend, dass Forschende Datenmanagementpläne erstellen, die darüber Aufschluss geben, wie sie ihre Forschungsdaten verfügbar machen.

Open Data kann im Allgemeinen von anderen heruntergeladen, analysiert, nachgenutzt und geteilt werden. Die Nennung der Datengebenden ergibt sich aus der Lizenz, unter der die Daten veröffentlicht wurden (zum Beispiel CC-BY 4.0). Allerdings sind Offenheit und Transparenz bei Forschungsdaten aus guten Gründen manchmal nicht 100% umsetzbar. Forschungsdaten sollten daher “as open as possible and as closed as necessary” sein, in der Wissenschaft wird in diesem Zusammenhang auch von FAIR Data gesprochen. Allein dass die Existenz von Daten überhaupt bekannt ist, stellt aber bereits einen ersten wichtigen Schritt dar.

Diese Vorteile bietet Open Data

Vorteile für Forschende:

  • Höhere Zitationsraten: Text-Publikationen, zu denen Daten verfügbar gemacht werden, werden häufiger zitiert. Schließlich werden sie auch häufiger gelesen und als seriöser wahrgenommen. Durch eine eigenständige Veröffentlichung können die Daten zudem selbst zitiert werden. Somit kann eine einzige Publikation dank Open Data zu mehr Zitationen führen.
  • Für Ihre Forschungskarriere wichtige Anerkennung: Wenn Sie Open Data praktizieren, verbessern Sie die Auffindbarkeit und Sichtbarkeit Ihrer Forschung – und können somit leichter die für Ihre Forschungskarriere wichtige Anerkennung erhalten.
  • Neue Kooperationsmöglichkeiten: Die höhere Aufmerksamkeit für Ihre Forschung kann auch zu neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit führen.

Vorteile für die Wissenschaftsgemeinschaft:

  • Leichterer Zugang zu nützlichen Daten: Forschende bekommen leichter Zugang zu wichtigen Daten. Auch ist die Erstellung höherwertiger Datenprodukte (etwa Indizes, Datenbanken) durch Zusammenführung von Daten möglich.
  • Verwendung in der Lehre: Daten werden für die Lehre und somit auch für Studierende zugänglich, die anhand realer Forschungsdaten die Anwendung von Methoden erlernen können.
  • Effizientere Forschung: Durch offene Daten wird Doppelarbeit vermieden und Sekundäranalysen können durchgeführt werden. Eine umfassende wissenschaftliche Auswertung der Daten und Verwertung (etwa in Folgeprojekten) ist möglich.
  • Daten werden archiviert und für die zukünftige Nutzung erhalten: Die Veröffentlichung von Daten in Repositorien schützt vor einem Datenverlust und dem Risiko, dass sie aufgrund veralteter Formate nicht mehr nutzbar sind.
  • Neue Forschung wird ermöglicht: Da bereits vorhandene Daten in neue Analysen eingebracht werden können, werden neue und interdisziplinäre Forschung gefördert. Einer anderen Person mit einem anderen Blickwinkel kann auf der Basis scheinbar belangloser Daten möglicherweise eine wichtige Entdeckung gelingen.

Vorteile für die Öffentlichkeit:

  • Möglichkeiten für Citizen Science: Durch Open Data entstehen neue Möglichkeiten für Citizen Science.
  • Wirtschaftliche Vorteile für die Privatwirtschaft: Schätzungen zufolge könnte das globale BIP durch Open Data in allen Sektoren gesteigert werden. Hierbei nehmen wissenschaftliche Daten eine zentrale Rolle ein. Die Wirtschaft profitiert von einem einfacheren Zugang zu Informationen und mehr Kooperationsmöglichkeiten und kann im Gegenzug neue Services und Geschäftsmodelle entwickeln.
  • Öffentliches Vertrauen in die Wissenschaft: Open Data fördert das Vertrauen in die Forschung, da die Robustheit veröffentlichter Forschungsergebnisse überprüft und Forschungsergebnisse reproduziert werden können.
Es sind die Vorteile von Open Data aufgeführt.

Das Öffnen und Teilen von Forschungsdaten lohnt sich also: Wer ihre:seine Forschungsdaten mit anderen teilt, unterstützt die Forschungscommunity – und profitiert wiederum vom offenen Umgang anderer mit Daten.

Wissensdatenbank Open Data

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Open Data in den Wirtschaftswissenschaften

Open Data ist in den letzten Jahren ein wichtiger Bereich für Forschende geworden. Dazu beigetragen hat, dass die zunehmende Anzahl an wissenschaftlichen Datensätzen zu mehr Fragen rund um deren Zugang, Nutzung und Kuratierung führt. In den Wirtschaftswissenschaften spielen die gestiegene Bedeutung empirischer Forschung und die zunehmende freie Verfügbarkeit von Forschungsdaten eine große Rolle. Daten der amtlichen Statistik werden von statistischen Ämtern national wie international nach dem Prinzip der “Open Government Data” frei im Internet zugänglich gemacht. Das Spektrum an Forschungsdaten, die für Open Data interessant sind, ist groß: Forschungsdaten sind alle Daten, die im Zuge wissenschaftlicher Vorhaben entstehen. Bei den meisten wissenschaftlichen Publikationen wird bislang allerdings nur ein kleiner Teil der während der Forschung erhobenen Daten in der finalen Publikation veröffentlicht.

Die Wissenschaft profitiert davon, wenn die gesamten Daten eines Projektes so schnell wie möglich öffentlich zur Verfügung gestellt werden. Der schnellste Weg ist, den Datensatz direkt in einem Repository zu hinterlegen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Datenpublikation zu veröffentlichen, die hauptsächlich aus dem Datensatz und dessen Beschreibung besteht. Da Daten, die im Zuge öffentlich geförderter Forschung erstellt wurden, ein öffentliches Gut sind, fordern immer mehr Forschungsförderer ein, dass sie offen verfügbar gemacht werden.

Mehr Zitationsvorteile

Gehört werden über Forschungsgrenzen hinaus

Mehr Transparenz

Replikationen sind harte Arbeit, die sich auszahlt

Mehr Sichtbarkeit im Feld

Open Science ist die Zukunft

Bessere Vernetzung

Open Science erfordert und fördert internationale Vernetzung

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