Open Access in den Wirtschaftswissenschaften

In den beiden wirtschaftswissenschaftlichen Teildisziplinen Volkswirtschaftslehre (VWL) und Betriebswirtschaftslehre (BWL) ist die Veröffentlichung in Fachzeitschriften die wichtigste Publikationsart. Bücher und Buchaufsätze spielen nur eine untergeordnete Rolle. Die wichtigsten Fachzeitschriften in den Wirtschaftswissenschaften gehören überwiegend den großen Fachverlagen, wie Elsevier, Wiley und Springer. Zum Teil gehören sie Fachgesellschaften, wie der American Economic Association, dem Verein für Socialpolitik (VfS) oder dem Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre (VHB).

Die Bedeutung und das Ansehen einer Zeitschrift hängt dabei stark von der Platzierung in einschlägigen Rankings wie dem von Forschungsmonitoring.org (unter anderem Grundlage für das Handelsblattranking) oder dem VHB-JOURQUAL3-Ranking des VHB ab. Der Open-Access-Anteil ist bei dieser wichtigsten Publikationsart noch gering.

Allerdings gibt es eine starke Working-Paper-Kultur. Insbesondere spielen (vor allem in der VWL) Preprints in Form von Working Papers eine wichtige Rolle. Hier werden Forschungsergebnisse noch vor der externen Begutachtung durch Fachzeitschriften unmittelbar von den Wissenschaftseinrichtungen im Open Access veröffentlicht (etwa in Working-Paper-Reihen). Daher stehen fast alle Zeitschriftenaufsätze der großen Zeitschriften parallel auch als frei zugängliche Preprint-Version im Web zur Verfügung. In der BWL gibt es diese Preprint-Kultur nur in einigen Subdisziplinen (wie dem Internationalen Marketing).

In den letzten Jahren ist aber auch hier eine leichte Zunahme zu verzeichnen. Bei der Verbreitung der Working Papers spielen fachliche Repositorien und Netzwerke wie RePEc, SSRN oder EconStor eine wichtige Rolle.

Weitere Informationen zu Open Access in den Wirtschaftswissenschaften finden Sie in einem Überblicksartikel auf Open-Access.network.