Haltung von Forschungsförderinstitutionen zu Open Science

Open Science wird von vielen Forschungsförderinstitutionen befürwortet und aktiv gefördert. Dies gilt in besonderem Maße für den Bereich Open Access.

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert Open Science mit vielfältigen Maßnahmen. Sie hat unter anderem das Förderprogramm Open Access Publikationskosten aufgesetzt, mit dem Autorengebühren gedeckt werden können, die bei der Veröffentlichung von Artikeln in Open-Access-Zeitschriften anfallen. Zudem unterstützt sie das Directory of Open-Access-Journals (DOAJ), ein Nachweisinstrument für qualitativ hochwertige Open-Access-Zeitschriften, und leistet mit ihrer Infrastrukturförderung einen wichtigen Beitrag zum Umgang mit Forschungsdaten, etwa durch die Unterstützung des Auf- oder Ausbaus von Datenrepositorien.

Folgende Informationen und Leitlinien hat die DFG zu Open Science veröffentlicht:

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt Open Access durch regulatorische Maßnahmen und durch Fördermaßnahmen. Zu den Fördermaßnahmen zählt, dass über das BMBF auch nachträglich Mittel für Open-Access-Gebühren eingeworben werden können. Regulatorisch wurde die Zugänglichkeit von Publikationen mit der Einführung eines „unabdingbaren Zweitverwertungsrechts für Autor:innen wissenschaftlicher Beiträge“ unterstützt. Auf dieser Rechtsgrundlage können Forschende ihre Zeitschriftenbeiträge nach einer Frist von zwölf Monaten öffentlich zugänglich machen. Darüber hinaus unterstützt das BMBF beispielsweise die Erforschung der Bürgerbeteiligung in Forschungsprojekten (Citizen Science).

Folgende Informationen hat das BMBF zu Open Science veröffentlicht:

Europäische Kommission

Die europäischen Aktivitäten zielen darauf ab, Open Access und Open Data in öffentlich finanzierten europäischen Forschungsprojekten (und in den Mitgliedstaaten) zum Standard zu machen. Open Access wird von der Europäischen Kommission, etwa im Rahmen des aktuellen Förderprogramms für Forschung und Innovation Horizon Europe und seines Vorgängerprogramms Horizon 2020, gefördert. Eine Open-Science-Policy in Horizon Europe schreibt Open-Access-Publikationen vor und Open-Science-Prinzipien durchziehen das gesamte Programm. Ein Factsheet: Open Science in Horizon Europe gibt einen Überblick über das neue Förderprogramm. Für Forschungsdaten aus EU-geförderten Projekten besteht eine Verpflichtung zur Beachtung der FAIR-Prinzipien (einschließlich der Einreichung entsprechender Datenmanagementpläne) und zur Verfügbarmachung als Open Data, sofern keine schutzwürdigen Interessen entgegenstehen.

Schlüsselprojekte der Kommission sind:

  • Die Realisierung einer European Open Science Cloud (EOSC), die in Verknüpfung mit nationalen Metadatenbanken eine vorgelagerte digitale Infrastruktur für das Publizieren, Sammeln, Finden und Nutzen europäischer Forschungsdaten bilden soll und in verschiedenen Pilotprojekten intensiv vorbereitet wird (EU-Projekte wie eEOSC, GO FAIR, openAIRE).
  • Mit Open Research Europe bietet die EU-Kommission eine Open-Access-Publikationsplattform für die Veröffentlichung von Ergebnissen aus EU-geförderten Projekten (Horizon 2020 beziehungsweise Horizon Europe) für alle Wissenschaftsdisziplinen an.

Tipp

Eine Übersicht über Förderorganisationen mit Schwerpunkt auf Open Access findet sich auf den Seiten der Informationsplattform Open-Access.network.