Open Science umfasst eine Vielzahl von Ansätzen, Methoden und Praktiken, was gerade für Einsteiger:innen schnell unübersichtlich wirken kann. Die Publikation „Expedition Open-Science-Land: Ein Reiseführer für die Wirtschaftsforschung“ setzt hier an. Mithilfe der Metapher einer Reise will sie BWL-Forschende dazu ermutigen, erste Schritte in Richtung Open Science zu gehen.
Die Publikation „Expedition Open-Science-Land: Ein Reiseführer für die Wirtschaftsforschung“ wurde im Januar veröffentlicht. Die Idee für den Reiseführer hatten die Autor:innen Marko Sarstedt, Doreen Siegfried (ZBW), Meikel Neumann, Susanne J. Adler, Oliver Genschow und Monika Imschloss bei einem Panel zu Open Science in der BWL auf der VHB-Tagung 2024. Die interdisziplinäre Gruppe von Wissenschaftler:innen der Betriebswirtschaftslehre und Psychologie sowie Wissenschaftskommunikator:innen eint die Überzeugung, dass wissenschaftliche Forschung transparent, replizierbar und offen gestaltet sein sollte.

Open Science wird auf zugängliche und anschauliche Weise aufbereitet. Zentrale Aspekte sind bewusst abstrahiert und teils zugespitzt dargestellt, sodass Orientierung geboten wird und die Lektüre zugleich mit einem Augenzwinkern erfolgen kann. Für Einsteiger:innen konzipiert, finden auch erfahrene Forschende Anknüpfungspunkte zur Reflexion und Weiterentwicklung ihrer Praxis.

Zu Beginn wird das Open-Science-Land als eigener „Natur- und Kulturraum“ vorgestellt. Leser:innen lernen zum Beispiel seine Geschichte und „Währung“ kennen – also neue Bewertungsmaßstäbe für Forschung, bei denen nicht mehr nur Zitationszahlen und prestigeträchtige Publikationen zählen, sondern auch Transparenz und Reproduzierbarkeit. Das „Klima“ wird als überwiegend freundlich beschrieben, jedoch mit dem Hinweis, dass Anpassungsfähigkeit nötig ist, da Offenheit auch kritisches Feedback hervorrufen kann.
Anschließend werden die drei zentralen „Landesteile“ des Forschungsprozesses beschrieben. Im Kapitel Planung geht es unter anderem um Präregistrierung und kollaborative Ansätze wie Big Team Science. Der Abschnitt Dokumentation bietet praktische Hinweise zum Teilen und Nachnutzen von Open Data und Open Code. Im Kapitel Verbreitung steht die Wissenschaftskommunikation im Mittelpunkt. Dabei werden unter anderem die Vorteile von Open Peer Review sowie verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, Forschungsergebnisse aktiv, offen und verständlich zu teilen – etwa über Preprints oder soziale Medien.
Der Reiseführer widmet sich schließlich typischen Irrtümern und Mythen rund um Open Science, bevor die Expedition in einer Reflexionsoase endet. Hier wird sowohl die Bedeutung von Open Science für die BWL als auch mögliche zukünftige Entwicklungen thematisiert.

Den vollständigen Reiseführer auf Deutsch und Englisch finden Sie hier. Ergänzend findet seit Anfang Februar eine Ausstellung in der ZBW in Kiel statt. Als Rundgang durch das „Open-Science-Land“ konzipiert, lädt sie dazu ein, Open Science auch jenseits des Textes zu erkunden.
Tipp: Sie möchten direkt mit Open Science loslegen? Hier finden Sie fünf Schritte für einen schnellen Einstieg in Open Science.