Altmetrics (Altmetriken) sind alternative Methoden der Bibliometrie, mit denen die Interaktion mit wissenschaftlichen Produkten im Web erfasst und gemessen wird. Sie bilden eine Ergänzung zu traditionellen, zitationsbasierten Metriken und ermöglichen eine umfassendere Messung von Reichweite und Wirkung. Zu den erfassten Interaktionen gehören beispielsweise Erwähnungen in den sozialen Medien (wie Facebook, Twitter, Blogs, Wikis) und weiteren Online-Plattformen oder das Herunterladen und Bookmarken von wissenschaftlichen Publikationen. Ein oft genannter Vorteil von Altmetrics ist, dass diese im Gegensatz zu Zitationen deutlich schneller erscheinen. Voraussetzung für die Messbarkeit ist in der Regel die Zuordnung über einen Persistent Identifier (PID).
Eine APC ist eine Publikations-/Bearbeitungsgebühr, die dem:der Autor:in oder der jeweiligen Institution in Rechnung gestellt wird, um die Kosten für die Veröffentlichung und Verbreitung eines Artikels zu decken. Der Artikel steht potenziellen Leser:innen danach kostenlos zur Verfügung. APCs können sowohl für kommerzielle als auch für Open-Access-Publikationen gelten.
Ein Author Addendum (Autorenzusatz) ist eine Vereinbarung, die einen Verlagsvertrag ergänzt oder ihm hinzugefügt wird. Damit werden die Vertragsbedingungen definiert oder geändert, wobei der Schwerpunkt häufig auf der Übertragung des Urheberrechts liegt. Für Autor:innen wissenschaftlicher Werke kann ein Autorenzusatz zum Standardverlagsvertrag eines Verlags notwendig sein, um eigene wichtige Rechte zu schützen. Als Autor:in kann man damit zum Beispiel sicherstellen, dass die eigenen Artikel und Werke auf der persönlichen Website oder in einem digitalen Repositorium veröffentlicht, im Rahmen der Lehre verwendet oder als Grundlage für zukünftige Forschung genutzt werden dürfen.
Bibliometrie (Bibliometrics) ist ein Bereich der Bibliotheks- und Informationswissenschaft, der die statistische, quantitative Analyse von Büchern, Artikeln oder anderen Publikationen umfasst. Die traditionelle Bibliometrie basiert dabei auf Zitationsanalysen. Es gibt mittlerweile auch weitere Methoden wie Altmetrics.
Viele wissenschaftliche Bibliotheken treten mittlerweile als Verlage für wissenschaftliche Werke (Library Publisher) auf, auch um damit Open Access zu fördern. Zum Teil arbeiten sie bei der Veröffentlichung mit der wissenschaftlichen Universitätspresse zusammen.
Black Open Access bezeichnet den illegalen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen über nicht autorisierte Plattformen wie Sci-Hub oder Library Genesis. Die Publikationen werden dabei ohne Zustimmung der Rechteinhaber:innen frei zugänglich gemacht, was urheberrechtliche Verstöße darstellt. Black Open Access ist eine Reaktion auf die hohen Kosten und Paywalls traditioneller Verlage und wird von einem Teil der Wissenschaftscommunity als De-facto-Zugang zu Forschungsliteratur genutzt, bleibt jedoch rechtlich problematisch.
Book Processing Charges sind Publikations-/Bearbeitungsgebühren für die Veröffentlichung eines Buches im Open Access. Sie werden den Autor:innen vom Verlag in Rechnung gestellt, um die Kosten für die Veröffentlichung und Verbreitung zu decken. Zumeist werden sie von der Forschungsorganisation der Autor:innen oder von einer Fördereinrichtung getragen.
Bronze Open Access bezeichnet Publikationen, die auf der Website eines Verlags frei zugänglich sind, ohne dass eine offizielle Open-Access-Lizenz vergeben wurde. Der Zugang kann jederzeit und ohne Vorankündigung durch den Verlag wieder eingeschränkt werden. Bronze Open Access gilt daher nicht als vollwertiger Open Access, da weder Nachnutzung noch dauerhafte Verfügbarkeit garantiert sind.
Citizen Science (Bürgerwissenschaft) oder auch Community Science beschreibt die Einbindung von interessierten Laien in wissenschaftliche Projekte oder die komplette Durchführung von Projekten durch sie. Dabei kann die Beteiligung kurzzeitig erfolgen oder bis hin zu einem intensiven Einsatz von Freizeit gehen. Eine akademische Ausbildung ist keine Voraussetzung für die Teilnahme an Forschungsprojekten, auch wenn viele Citizen Scientists eine aufweisen. Wichtig ist die Einhaltung wissenschaftlicher Standards, wozu vor allem Transparenz im Hinblick auf die Methodik der Datenerhebung und die öffentliche Diskussion der Ergebnisse gehören. Citizen Scientists melden beispielsweise Beobachtungen, führen Messungen durch oder werten Daten aus. Citizen Science kann von freiwilligen Einzelpersonen, Gruppen oder Netzwerken durchgeführt werden. Mit der Hilfe großer Freiwilligennetzwerke können Forschende Aufgaben erledigen, die mit herkömmlichen Methoden zu teuer oder zu zeitaufwändig wären.
cOAlition S ist ein internationales Konsortium, das sich die Durchsetzung von Open Access im Rahmen des Plan S zum Ziel gesetzt hat. Dem Konsortium gehören nationale Forschungsförderorganisationen an und es wird von der Europäischen Kommission sowie dem Europäischen Forschungsrat unterstützt.
Code (oder auch Programmiercode) enthält grundsätzlich Anweisungen, die ein Computer ausführt. In der klassischen Softwareentwicklung liegen diese Anweisungen als Quelltext (im Englischen “Source Code”) in textbasierten Dateien vor, die beispielsweise auf Programmiersprachen wie R, Python oder Julia basieren. Diese Dateien lassen sich prinzipiell auch mit einem einfachen Texteditor bearbeiten.
Anweisungen für Datenanalysen können aber beispielsweise auch mit Excel oder Stata erstellt werden, die ein eigenes, proprietäres Dateiformat benutzen. Einen textbasierten Quelltext wie im oben skizzierten Sinne gibt es dabei nicht. Die Dateien müssen mit der entsprechenden Software bearbeitet werden. Im Sinne von Open Code beziehungsweise der Zugänglichkeit von Code wird diese Form von Anweisungen auch unter dem Begriff Code verortet.
Ein Code-Repository ist im Grunde ein Repository, das für die Verwaltung und Speicherung von Code geeignet ist. Klassische Beispiele sind Plattformen wie GitHub und GitLab, die sich auf Quelltext inklusive Features wie Versionsverwaltung spezialisiert haben. Auf GitHub können darüber hinaus auch Forschungsdaten und andere Dateien verwaltet werden.
Speziell im wissenschaftlichen Bereich gibt es ebenfalls Plattformen, auf denen Code abgelegt werden kann. Hierbei handelt es sich aber nicht um Code-Repositories im klassischen Sinne: Ihr Zweck besteht im Wesentlichen darin, Code (aber auch Daten und andere Materialien) zu archivieren und zugänglich zu machen. Wichtige Code-Repository-Funktionen, wie die Versionsverwaltung, fehlen allerdings oft. Die American Economics Assocation (AEA) betreibt beispielsweise ein eigenes "Data and Code Repository" für ihre Journals.
Ein Container ist eine leichtgewichtige Software-Einheit, die eine Anwendung zusammen mit allen ihren Abhängigkeiten – wie Bibliotheken, Laufzeitumgebungen und Konfigurationsdateien – in einer isolierten und portablen Umgebung bündelt. Ein weit verbreitetes Containerisierungstool ist Docker . In der Wissenschaft werden Container zunehmend eingesetzt, um die Reproduzierbarkeit von Analysen sicherzustellen, da sie garantieren, dass Code unabhängig vom Betriebssystem oder der lokalen Softwareumgebung identisch ausgeführt werden kann.
Creative Commons (CC) sind ein Paket von standardisierten Lizenzen, mit denen Inhaber:innen von Urheberrechten einfach den Nutzer:innen einige Rechte gewähren können. Sie sind weit verbreitet, einfach zu verwenden und maschinenlesbar.
DEAL ist ein Projekt mit dem Ziel, einige Abonnement-Zeitschriften in Open-Access-Zeitschriften umzuwandeln. In ihm verhandelt die Allianz der Wissenschaftsorganisationen unter Federführung der Hochschulrektorenkonferenz neue Vertragsmodelle. DEAL zielt darauf ab, im Namen von mehr als 700 teilnahmeberechtigten Organisationen bundesweite Lizenzverträge mit einer Open-Access-Komponente (Publish and Read) für das gesamte Portfolio elektronischer Zeitschriften mit den größten Wissenschaftsverlagen abzuschließen. Mitglieder der teilnehmenden Einrichtungen können ohne zusätzliche Kosten im Open Access in Abonnement-Zeitschriften der Verlage publizieren. Damit handelt es sich bei DEAL um einen speziellen Fall von Hybrid-Zeitschriften. Mitglieder erhalten zudem Zugang zum gesamten Zeitschriftenportfolio. Bislang wurden DEAL-Vereinbarungen geschlossen mit Elsevier, Wiley und Springer Nature.
Diamond Open Access bezeichnet ein Publikationsmodell, bei dem wissenschaftliche Inhalte sowohl für Leser:innen als auch für Autor:innen vollständig kostenlos zugänglich sind. Im Gegensatz zum Goldenen Weg fallen hier keine Article Processing Charges (APCs) an. Die Finanzierung erfolgt stattdessen durch Institutionen, Bibliotheken, Fachgesellschaften oder öffentliche Förderung. Diamond Open Access gilt als besonders gerechtes Modell, da es Zugangs- und Publikationsbarrieren zugleich abbaut.
Ein DOI ist eine eindeutige Textzeichenfolge, die zur Identifizierung digitaler Objekte wie Zeitschriftenartikel, Datensätze oder Open-Source-Softwareversionen verwendet wird. Es ist eine Art von Persistent Identifier (PID). Weitere Erklärungen im Video.
Ein Dokumentenserver (auch Publikationsserver oder Repositorium beziehungsweise Repository genannt) dient zur Veröffentlichung und Archivierung von elektronischen Publikationen. Die Betreiber:innen von Publikationsservern sorgen auch für die Langzeitarchivierung und Erschließung der publizierten Dokumente mit Hilfe von bibliographischen Metadaten. Häufig werden Dokumentenserver für Preprints verwendet.
Eine Sperrfrist oder Zeitspanne (Embargo Period), in der eine Publikation für Nutzer:innen nur kostenpflichtig oder über einen institutionellen Zugang mit entsprechenden Abonnements (Subscriptions) zugänglich ist. Danach können die Autor:innen diese Publikation auch selbst frei zur Verfügung stellen.
Die European Open Science Cloud (EOSC) ist eine von der Europäischen Union geförderte Infrastruktur, die Forschenden einen zentralen Zugang zu Daten, Diensten und Ressourcen für Open Science ermöglicht. Ziel ist es, einen gemeinsamen europäischen Raum für Forschungsdaten zu schaffen, in dem Daten FAIR geteilt, nachgenutzt und miteinander verknüpft werden können. Die EOSC richtet sich an Forschende, Institutionen und Infrastrukturanbieter in ganz Europa. Deutschland wird in der EOSC von der NFDI vertreten.
Die Bezeichnung FAIR steht für Findable, Accessible, Interoperable, and Re-usable. FAIRe Daten sind also auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar. Damit wird der Wissenstransfer erleichtert, da sie von Menschen und Maschinen leichter entdeckt und verwendet werden können.
Forschungsdatenmanagement (Research Data Management) bezeichnet alle Maßnahmen im Umgang mit digitalen Daten, die während des Forschungsprozesses entstehen oder mit denen gearbeitet wird. Dies beginnt bei der Planung, geht über ihre Generierung, ihre Verwendung und Verarbeitung in Forschungsvorhaben bis hin zu ihrer permanenten Archivierung oder bis zu ihrer Löschung.
Zu den Maßnahmen des Forschungsdatenmanagements gehören die einheitliche Datenerhebung, die Dokumentation, Benennung und Datenorganisation und die Erteilung von Zugriffsrechten. Schließlich umfasst dies auch die sichere Speicherung während des Forschungsprozesses bis zur nachhaltigen Veröffentlichung und die Langzeitarchivierung der Daten über den Projektabschluss hinaus. Forschungsdatenmanagement umfasst somit alle nachhaltigen Methoden und Verfahren, die angewendet werden können, um Forschungsdaten zu sichern und ihre langfristige Nachnutzbarkeit zu gewährleisten.
Freie Software ist nicht mit kostenfreier Software gleichzusetzen. Im Unterschied zur Open-Source-Software wird Free Software über vier Freiheiten definiert. Zwischen beiden Begriffen gibt es philosophische Unterschiede. Bei Freier Software stehen die Freiheiten der Endnutzer:innen sowie der Mehrwert für die Gesellschaft im Mittelpunkt, während bei Open-Source-Software eher ein praktischer beziehungsweise wirtschaftlicher Standpunkt vertreten und der Nutzen für die Softwareentwickler:innen im Vordergrund steht, was sich meist in der verwendeten Software-Lizenz widerspiegelt. Freie Software muss nicht unbedingt Open Source sein, auch wenn dies häufig der Fall ist.
Ressourcen sind gemeinfrei, wenn sie keinen Immaterialgüterrechten, insbesondere keinem Urheberrecht, unterliegen, etwa weil es ausgelaufen ist. Der Begriff "Public Domain" aus dem Angloamerikanischen ist dem europäischen Begriff der Gemeinfreiheit ähnlich, aber nicht identisch. Ob etwas gemeinfrei ist, regelt die jeweils geltende nationale Rechtsordnung.
Der Begriff „Public Domain“ aus dem angloamerikanischen Rechtsraum kennzeichnet Werke, die nicht oder nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. Dies kann auch deshalb der Fall sein, weil ein:e Urheber:in freiwillig auf das Urheberrecht verzichtet hat und ein Werk als “Public Domain” gekennzeichnet hat. Im Gegensatz dazu ist es in Deutschland lediglich möglich, der Allgemeinheit ein unbeschränktes Nutzungsrecht einzuräumen.
Der Goldene Weg (Golden Route/Gold Open Access) bezeichnet die Erstveröffentlichung wissenschaftlicher Werke als Artikel in Open-Access-Zeitschriften, als Open-Access-Monografie oder als Beitrag in einem Open Access erscheinenden Sammelwerk oder Konferenzband. Die Kosten des Publizierens (APC) werden dabei nicht von den Leser:innen getragen (im Wissenschaftsbereich in der Regel vertreten durch die Bibliotheken der Wissenschaftseinrichtungen), sondern von der Produktionsseite (zum Beispiel von Autor:in, herausgebender Institution, Verlag, Forschungsförderinstitution).
Mit dem Grünen Weg (Green Route/Green Open Access) des Open Access ist die Zweitveröffentlichung von Publikationen aus zugangsbeschränkten Zeitschriften oder Büchern auf institutionellen oder disziplinären Dokumentenservern (beziehungsweise Repositorien) gemeint. Teils wird darunter auch die Zugänglichmachung solcher Werke auf Autor:innen-Websites verstanden. Die Zweitveröffentlichung kann zeitgleich mit oder nachträglich zur Erstveröffentlichung erfolgen (zum Beispiel als Preprints und Postprints wissenschaftlicher Artikel, aber auch als Monografien, Forschungsberichte, Konferenzband). Beim Grünen Weg sind die Publikationen oft erst nach einer Embargo-Frist (Embargo Period) frei verfügbar, je nach den unterschiedlichen Open-Access-Policies der verschiedenen Verlage und Zeitschriften.
Gute wissenschaftliche Praxis bezeichnet die Standards und Grundsätze, an denen sich wissenschaftliches Arbeiten orientieren soll, um Qualität, Integrität und Nachvollziehbarkeit von Forschung zu gewährleisten. In Deutschland werden diese Standards unter anderem durch die Leitlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) definiert. Sie umfassen unter anderem die sorgfältige Dokumentation von Forschungsprozessen, den verantwortungsvollen Umgang mit Forschungsdaten sowie die Vermeidung von wissenschaftlichem Fehlverhalten. Viele Open-Science-Praktiken wie Präregistrierung, Open Data und Open Code sind als Konkretisierung guter wissenschaftlicher Praxis zu verstehen.
Der H-Index ist eine persönliche Kennzahl, die die Anzahl der Zitationen mit der Anzahl der veröffentlichten Arbeiten von Forschenden in Beziehung setzt.
Bei einer hybriden Zeitschrift (Hybrid Journal) sind bestimmte Artikel im Open Access zugänglich, während andere weiterhin kostenpflichtig sind. Frei zugänglich sind dabei nur diejenigen Artikel, für deren Veröffentlichung eine Bearbeitungsgebühr (APC) bezahlt wurde. Diese liegt zumeist deutlich höher als bei einer kompletten Open-Access-Zeitschrift.
Der Impact bezeichnet den Einfluss oder den Umfang der Nutzung von Forschungsergebnissen sowohl innerhalb als auch außerhalb des akademischen Bereichs.
Der Impact Factor (IF) ist ein numerisches Maß. Er gibt die durchschnittliche Anzahl der Zitationen zu Artikeln an, die in den letzten zwei Jahren in einer Zeitschrift veröffentlicht wurden. Er wird häufig eingesetzt, um die relative Bedeutung einer Zeitschrift abzuschätzen; seine Übertragung auf die Ebene einzelner in einer Zeitschrift veröffentlichter Artikel ist umstritten.
Interoperabilität bezeichnet die Fähigkeit von Daten, Systemen oder Software, mit anderen Daten, Systemen oder Software zusammenzuarbeiten und Informationen auszutauschen. Im Kontext von FAIR Data ist Interoperabilität das „I" der vier Grundprinzipien und meint insbesondere, dass Daten in standardisierten, maschinenlesbaren Formaten vorliegen und mit kontrollierten Vokabularen oder Ontologien beschrieben sind. Interoperable Daten lassen sich leichter kombinieren, vergleichen und in unterschiedlichen Analyseumgebungen nachnutzen.
LaTeX ist im Kern eine Textsatzsprache, die auf dem Textsatzsystem TeX basiert. LaTeX verwendet dabei eine Art Markup-Sprache, die über einen sogenannten Compiler in ein Ausgabeformat wie PDF überführt wird. LaTeX ist offen und es gibt zahlreiche kostenlose Software (siehe https://www.latex-project.org/get/ oder https://tug.org/interest.html#free). Neben einem Compiler benötigt man einen Editor zum Bearbeiten der LaTeX-Dokumente. Einige Editoren bringen bereits eine direkte Unterstützung diverser Compiler mit. Mittlerweile gibt es auch einige Online-Editoren für LaTeX-Dokumente.
LaTeX bietet einige Vorteile, beispielsweise beim Erstellen von mathematischen Formeln oder in der Literaturverwaltung, und hat sich somit als offene und kostenlose Alternative zu Microsoft Word zum Erstellen wissenschaftlicher Texte etabliert. Daher bieten einige Verlage mittlerweile Vorlagen sowohl für Word als auch für LaTeX an.
Langzeitarchivierung bezeichnet die dauerhafte, technisch gesicherte Aufbewahrung digitaler Objekte – wie Forschungsdaten, Publikationen oder Code – über lange Zeiträume hinweg, typischerweise zehn Jahre und mehr. Sie umfasst nicht nur die physische Speicherung, sondern auch Maßnahmen zur Sicherstellung der dauerhaften Lesbarkeit und Nutzbarkeit, etwa durch Migration in neue Dateiformate oder die Pflege von Metadaten. Langzeitarchivierung ist eine Kernaufgabe von Repositorien und ein zentrales Element des Forschungsdatenmanagements.
Eine Lizenz informiert über die Nutzungsrechte an einer Ressource (wie etwa Text, Daten, Quellcode).
Ein MOOC ist ein kostenfreier Onlinekurs ohne Zugangs-/Zulassungsbeschränkungen. MOOCs haben normalerweise eine große Teilnehmendenzahl und sind üblicherweise in der Hochschul- und Erwachsenenbildung zu finden. In MOOCs werden zumeist traditionelle Formen der Wissensvermittlung wie Videos, Lesematerial und Problemstellungen mit Foren und virtuellen Lerngruppen kombiniert. Manche MOOCs entsprechen eher auf Video aufgezeichneten Vorlesungen mit abschließender Prüfung, andere eher Seminaren oder Workshops. Für einige MOOCs bekommen die Teilnehmenden nach Erfüllung bestimmter Kriterien ein Zertifikat.
Metadaten (Meta Data) beschreiben Daten, Texte oder andere Werke. Sie beinhalten oft die Autorschaft, den Titel, eine Zusammenfassung, Schlüsselwörter und Lizenzinformationen und dienen vor allem der Auffindbarkeit der Werke.
Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) ist eine vom Bund und den Ländern geförderte Initiative, die Forschungsdaten in Deutschland systematisch erschließen, vernetzen und nachhaltig zugänglich machen soll. Die NFDI ist in fachspezifischen Konsortien organisiert. Für die Wirtschaftswissenschaften sind insbesondere BERD@NFDI und KonsortSWD relevant. Übergeordnetes Ziel ist die Umsetzung der FAIR-Data-Prinzipien in der deutschen Forschungslandschaft. International ist die NFDI als mandatiertes Mitglied bei der European Open Science Cloud (EOSC) sowie als Mitglied der Research Data Alliance (RDA) aktiv.
Open Access bezeichnet den freien und offenen Zugang zu Fachliteratur und anderen Materialien (u.a. Forschungsdaten) im Internet ohne finanzielle, rechtliche oder technische Barrieren. Open Access zielt darauf ab, die Beschränkungen traditioneller Veröffentlichungen zu überwinden. Zu diesen Beschränkungen zählt beispielsweise, dass insbesondere Personen, die nicht zur wissenschaftlichen Gemeinschaft in westlichen Ländern gehören, keinen Zugang zu diesen Informationen bekommen.
Open Code bezeichnet allgemein die Praxis, Quellcode offen und kostenlos zugänglich zu machen. Bezogen auf die Wissenschaft handelt es sich dabei beispielsweise um Quellcode zur Durchführung von Analysen und Simulationen. Dabei gibt es große Überschneidungen zum Thema Open Source. Neben der Nachnutzbarkeit (verwenden, verändern, weitergeben) ist die Öffnung von Quellcode auch ein wichtiger Baustein zur Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen. Um Forschungsergebnisse zu reproduzieren ist es essentiell, dass zugrundeliegende Daten und der (Quell-)Code zur Verfügung stehen.
Open Data (offene Daten) bezeichnet allgemein die offene, kostenlose Zugänglichmachung von Daten, frei von technischen oder rechtlichen Barrieren. Bezogen auf offene Forschungsdaten (Open Research Data) stellt Open Data einen der wichtigsten Bereiche von Open Science dar. Von den durch Open Science möglichen Effizienzsteigerungen und besserer Qualitätssicherung könnte besonders der Bereich Forschungsdaten profitieren, in dem noch vieles verschlossen und somit nicht für andere zugänglich ist. Durch bessere Auffindbarkeit können sie vielfältiger nachgenutzt und Doppelarbeit kann vermieden werden. Eine umfassende Dokumentation und Veröffentlichung von Daten ermöglicht es, Forschungsergebnisse besser zu überprüfen und reproduzierbar zu machen.
Open Education ist ein Oberbegriff für unterschiedliche Auffassungen von offener Bildung. Er bezieht sich auf das Ziel, Bildung frei verfügbar zu machen. Im engeren Sinne wird Open Education oft auf die Wissensvermittlung online mittels kostenfrei zugänglicher Lernmaterialien (Open Educational Resources) und Lernplattformen bezogen. Hinter Open Education steckt aber auch die gesellschaftliche Forderung nach der Öffnung der “Bildung für alle”. Der Begriff der Open Education umfasst verschiedene Ebenen, unter anderem
- strategische Entscheidungen,
- die Offenheit des Lernprozesses an sich mit Verbindungen zur partizipativen Lehre,
- Lehrmethoden, wie die Zusammenarbeit zwischen Individuen und Institutionen,
- die Anerkennung nicht-formalen Lernens und
- verschiedene Möglichkeiten der Bereitstellung von Inhalten.
Die Grundsätze der Open-Education-Bewegung sind in der Cape Town Open Education Declaration festgehalten.
Einen bekannten Beitrag zur Open Education liefert das MIT OpenCourseWare-Programm, das 2002 vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) gestartet wurde.
Als Open Educational Resources (OER) oder Offene Bildungsressourcen werden Online-Bildungsmaterialien bezeichnet, die dank einer offenen Lizenz gemeinsam genutzt und wiederverwendet werden können. Open Educational Resources zeichnen sich dadurch aus, dass allen Nutzer:innen dauerhaft folgende Rechte, die im Englischen als die 5 Rs bezeichnet werden, eingeräumt werden:
1. Retain 2. Revise 3. Remix 4. Reuse 5. Redistribute
Im Deutschen können diese Rechte als 5V bezeichnet werden:
1. Verwahren/Vervielfältigen 2. Verwenden 3. Verarbeiten 4. Vermischen 5. Verbreiten
Mit Open Evaluation ist die Entwicklung eines offenen, fairen Bewertungssystems für Forschungsanträge gemeint, das auf der Transparenz des Verfahrens und der beteiligten Personen beruht.
In offenen Labor-Notizbüchern schreiben Forschende regelmäßig über ihre Forschung, sammeln Forschungsnotizen und -daten und veröffentlichen sie, sobald sie vorliegen.
Offene Forschungsmaterialien gemeinsam zu nutzen, ist eine weitere Form von Open Science.
Der Begriff Open (Peer) Review beinhaltet eine Reihe von Möglichkeiten dafür, wie Peer-Review-Modelle durch Öffnung der Begutachtung in Einklang mit den Zielen von Open Science gebracht werden können. Zu ihnen zählen die Offenlegung der Identität von Gutachter:innen und Autor:innen sowie die Veröffentlichung von Begutachtungsberichten und die Ermöglichung einer stärkeren Beteiligung am Peer-Review-Prozess. Weiterführende Informationen zu Open (Peer) Review finden Sie auf den Seiten der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Chemnitz.
Open Research Software bezeichnet in der Forschung entwickelte Software, beispielsweise für die Forschungsdatenverarbeitung, die frei und in der Regel als Open Source verfügbar ist. Dadurch können andere sie nutzen, kopieren, modifizieren und weiterverbreiten, was Transparenz, Reproduzierbarkeit und Zusammenarbeit fördert sowie Doppelarbeit verringert. Die Entwicklung geht zudem hin zu einer stärkeren Berücksichtigung von wissenschaftlicher Software als Forschungsleistung. Unter Open Research Software fallen beispielsweise: Software-Tools, Software-Bibliotheken und Skripte und Anwendungen, die zur Unterstützung von Forschungsarbeit entwickelt wurden.
Open Science umfasst Vorgehensweisen, mit denen der wissenschaftliche Prozess geöffnet wird. Im Idealfall wird alles von der ersten Idee bis zur finalen Publikation über das Internet offen zugänglich, nachvollziehbar sowie nachnutzbar gemacht. Dahinter steht die Überzeugung, dass wissenschaftliche Erkenntnisse so früh wie möglich offen geteilt werden sollten. Die Teilhabe an und die Schaffung von Wissen sollten möglichst vielen Menschen, auch denen außerhalb der Wissenschaft, möglich sein.
Open Science Badges sind visuelle Abzeichen, die schnell und einfach eine Auskunft darüber geben, inwiefern eine Publikation oder ein Projekt Open-Science-Praktiken folgt. Ein Beispiel sind die Open Science Badges des Center for Open Science.
Die Open-Science-Bewegung begann in den 2000er Jahren dank der Initiative engagierter Forschender. Mittlerweile ist Open Science Bestandteil von vielen Förderprogrammen und Erklärungen, die von verschiedensten Organisationen und Personen gemeinsam zu Open Science, beziehungsweise einzelnen Aspekten davon, veröffentlicht wurden und Meilensteine der Entwicklung darstellen. Vorreiter war dabei oft die Open-Access-Bewegung. Sie hängt eng mit der Entwicklung des Internets und den damit verbesserten Möglichkeiten für den Zugang zu und die Verbreitung von Forschungsergebnissen zusammen.
Im Laufe der Geschichte von Open Science wurden von verschiedensten Organisationen und Personen gemeinsame Erklärungen zu Open Science bzw. verschiedenen Aspekten davon veröffentlicht, die Meilensteine seiner Entwicklung darstellen. Zu den Wichtigsten zählen:
- The Declaration of Helsinki – 1964
- Declaration of Havana Towards Equitable Access to Health Information – 2001
- Budapest Open Access Initiative (BOAI) – 2002
- The Bethesda Statement on Open Access Publishing – 2003
- The Declaration of Berlin on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities – 2003
- Kronberg Declaration on the Future of Knowledge Acquisition and Sharing – 2007
- Panton Principles for Open Data – 2009
- The Cost of Knowledge Manifesto – 2012
- The San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA) – 2013
- Barcelona Declaration on Open Research Information – 2024
Eine Auflistung weiterer Open-Science-Declarations findet sich im Netz.
Bei Open Source beziehungsweise Open-Source-Software (quelloffene Software) wird eine Software (oder Softwarekomponente) mit dem dazugehörigen Quellcode über eine Open-Source-Lizenz zur Verfügung gestellt, die die Wiederverwendung, Anpassung und weitere Verbreitung unter bestimmten Rahmenbedingungen (zum Beispiel nicht-kommerzielle und kommerzielle Nutzung) erlaubt.
Open-Source-Lizenzen enthalten rechtliche Rahmenbedingungen für Open-Source-Software und den dazugehörigen Quellcode. Sie regeln die Wiederverwendung, Anpassung und weitere Verbreitung des Quellcodes, sowie die Nutzung der aus dem Quellcode erstellten Software selbst.
Häufig verwendete Open-Source-Lizenzen sind beispielsweise die MIT-Lizenz, die GNU General Public License (GPL) und die Apache-Lizenz.
ORCID (Open Researcher and Contributor Identification) ist eine gemeinnützige Initiative für die Einrichtung und den Betrieb eines globalen Registers eindeutiger Identifikatoren für Einzelpersonen, insbesondere für Personen, die wissenschaftliche Forschung betreiben, kollektives Wissen produzieren und zu diesem beitragen. Jede Person kann sich eine eigene eindeutige ORCID iD, eine 16-stellige Nummer in Form eines eindeutigen Ressourcen-Identifikators (URI), kostenlos unter https://orcid.org eintragen. ORCID iDs dienen als digitale Identifikatoren, um einzelne Forscher:innen von anderen zu unterscheiden und so sicherzustellen, dass sie für ihre gesamte Arbeit Anerkennung erhalten. Dies geschieht indem ORCID iDs die elektronische Zuordnung von Publikationen und anderen Forschungsaktivitäten und -erzeugnissen zu Forschenden erleichtern. Alleine auf der Grundlage von Personennamen ist dies nicht immer möglich, da verschiedene Personen gleiche Namen haben können, Namen sich ändern können und weil sich Schreibvarianten unterscheiden.
P-Hacking (auch: „Data Dredging" oder „Fishing") bezeichnet die Praxis, Daten, Analysemethoden oder Hypothesen so lange zu manipulieren oder anzupassen, bis ein statistisch signifikantes Ergebnis erzielt wird. Dies kann durch wiederholtes Testen verschiedener Variablen, Ausschluss unliebsamer Datenpunkte oder nachträgliche Anpassung von Hypothesen geschehen. P-Hacking gilt als Form wissenschaftlichen Fehlverhaltens, da es die Wahrscheinlichkeit falsch-positiver Ergebnisse erhöht und zur Replikationskrise beiträgt. Gegenmittel sind unter anderem Präregistrierung und transparente Berichterstattung aller durchgeführten Analysen.
Eine Einschränkung des Zugangs zu wissenschaftlichen Publikationen durch finanzielle Barrieren (Bezahlschranke), die von Verlagen verlangt werden. Die Paywall kann durch die Zahlung von Zugriffsgebühren oder durch ein persönliches beziehungsweise institutionelles Abonnement aufgehoben werden.
Peer Review (Begutachtung durch Kolleg:innen) bezeichnet einen Prozess, bei dem beispielsweise ein Forschungsartikel oder eine Open Educational Resource vor der Veröffentlichung von Expert:innen aus der Gemeinschaft überprüft wird.
Verschiedene Unterformen des Peer Review sind:
- Post Publication Peer Review / Peer Review nach der Veröffentlichung: Peer Review wird standardmäßig durchgeführt, jedoch erst wenn ein Forschungsartikel formal veröffentlicht wurde.
- Transferable Peer Review / Übertragbares Peer Review oder Portable Peer Review / Tragbares Peer Review: Die Reviews reisen quasi mit einem Beitrag mit, wenn dieser von einer Zeitschrift abgelehnt wird, um so Doppelarbeit im Peer-Review-Prozess zu vermeiden.
- Open Peer Review / Offenes Peer Review: Rezensionen werden offen zugänglich gemacht, in der Regel zusammen mit dem Artikel.
- Signed Peer Review / Unterzeichnetes Peer Review: Die einzelnen Reviews werden von den jeweiligen Gutachter:innen öffentlich unterzeichnet.
- Double Blind Peer Review / Doppelblindes Peer Review: Weder die Gutachter:innen wissen, wer die Autor:innen sind, noch umgekehrt.
- Single Blind Peer Review / Einzelblindes Peer Review: Die Gutachter:innen wissen, wer die Autor:innen sind, aber nicht umgekehrt.
- Registered Reports
Ein Persistent Identifier (PID) ist ein Code, der eine digitale Ressource eindeutig benennt, etwa einen Zeitschriftenartikel. Der PID-Code macht die Ressource dauerhaft identifizierbar und auffindbar.
Plan S ist eine Open-Access-Initiative, die im September 2018 gegründet wurde. Plan S sieht vor, dass wissenschaftliche Publikationen, die dank öffentlicher Förderung entstanden sind, ab 2021 in offenen Repositorien beziehungsweise Open-Access-Journals veröffentlicht werden. Getragen wird Plan S von dem internationalen Konsortium cOAlition S. Weiterführende Informationen zu Plan S.
Predatory Publishing ist ein betrügerisches Geschäftsmodell, das von bestimmten Open-Access-Verlagen verfolgt wird. Sie wecken den Anschein, vollwertige wissenschaftliche Fachzeitschriften zu sein. Von den Autor:innen erheben sie die im Open-Access-Segment üblichen Publikationsgebühren, erbringen dafür jedoch keine redaktionellen und publizistischen Dienstleistungen, wie sie von seriösen Fachzeitschriften erwartet werden, etwa ein richtiges Peer Review.
Ein Preprint (Vorabdruck) ist ein Manuskriptentwurf, der noch nicht von Fachkolleg:innen formell begutachtet wurde, aber bereits geteilt wurde, um frühzeitiges Feedback zur Forschung von Fachkolleg:innen zu erhalten. Preprints werden häufig auch nachträglich oder gleichzeitig zur Einreichung bei einer Zeitschrift veröffentlicht. Für Preprints gibt es dedizierte Preprint-Server. Der Erste war arXiv für die Physik. Zur besseren Auffindbarkeit und Sicherstellung des langfristigen Zugangs sollten Preprints idealerweise in einem Repository ablegt werden.
Ein Manuskriptentwurf wird Postprint oder Post-Print genannt, wenn er ein Peer Review durchlaufen hat.
Bei der Präregistrierung übermitteln Forschende wichtige Informationen über ihre Studie, wie die Forschungsgrundlagen, Hypothesen, Design und Analysestrategie, an ein öffentliches Register, bevor sie mit der Studie beginnen. Durch die Vorregistrierung soll einer Verzerrung der Publikationen beziehungsweise ihr zugrundeliegender Forschungsresultate entgegengewirkt werden. Die Verzerrung oder Manipulation von Forschungsergebnissen durch nachträgliche Anpassung der Testparameter wird so verhindert.
Wenn Forschende vorab ihre Hypothesen und ihr Forschungsdesign bekanntgeben, minimiert dies also das Risiko, dass Forschungsergebnisse so interpretiert oder ausgewählt werden, dass sie die Hypothese stützen, egal wie das Studienergebnis ausgefallen ist. Somit leistet die Präregistrierung einen wichtigen Beitrag zur Behebung der Replikationskrise.
„Proprietär" bezeichnet Software oder Dateiformate, die von einem Unternehmen entwickelt und kontrolliert werden und und in der Regel nur mit bestimmter, oft kommerzieller Software geöffnet, bearbeitet oder vollständig genutzt werden kann. Bekannte Beispiele aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsalltag sind die Software Stata oder das Dateiformat .dta. Proprietäre Lösungen können die Nachnutzbarkeit und Interoperabilität von Forschungsdaten einschränken und stehen damit im Widerspruch zu den Zielen von Open Data und FAIR Data. Offene, standardisierte Formate wie R, CSV oder XML sind daher im Sinne von Open Science vorzuziehen.
Wissenschaftliche Organisationen tragen unter anderem mit Open-Access-Publikationsfonds zur finanziellen Unterstützung von Open-Access-Publikationen bei. Mit den Publikationsfonds finanzieren sie ihren Autor:innen die Open-Access-Publikationsgebühren. Häufig erstatten sie APCs oder BPCs, übernehmen aber auch die Förderung von konsortialen Angeboten, Open-Access-Infrastrukturen oder einer Transformation von Subskriptionszeitschriften zu Open-Access-Zeitschriften.
Publish and Read (PAR) ist ein Lizenzmodell, das im Rahmen von DEAL-Verträgen und ähnlichen Transformationsverträgen verwendet wird. Es kombiniert in einem einzigen Vertrag das Recht der Angehörigen einer Institution, in Zeitschriften eines Verlags Open Access zu publizieren, mit dem Lesezugang zum gesamten Zeitschriftenportfolio des Verlags. Ziel ist es, Subskriptionsmodelle schrittweise in Open-Access-Modelle zu überführen, ohne dass Autor:innen zusätzliche APCs zahlen müssen.
Eine README-Datei ist ein begleitendes Textdokument in einem Forschungs- oder Software-Repository, das grundlegende Informationen zu einem Projekt enthält. Typischerweise beschreibt sie den Zweck des Projekts, die Struktur der enthaltenen Dateien, notwendige Voraussetzungen zur Nutzung sowie Hinweise zur Ausführung des Codes. Eine gut gepflegte README-Datei ist eine wichtige Voraussetzung für die Reproduzierbarkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsergebnissen.
Registered Reports sind eine erweiterte Form der Präregistrierung, die ein Peer Review der vorgeschlagenen Methode beinhaltet, noch bevor Datenerhebung und -analyse erfolgen. Halten sich die Autor:innen an die registrierte und akzeptierte Methode, so werden ihre Papers garantiert in der Zeitschrift veröffentlicht.
Die Replikationskrise bezeichnet die wissenschaftsweite Erkenntnis, dass ein erheblicher Teil veröffentlichter Forschungsergebnisse sich nicht zuverlässig replizieren lässt. Besonders bekannt wurde die Krise durch groß angelegte Replikationsstudien in der Psychologie, später auch in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Ursachen sind unter anderem selektive Berichterstattung, p-Hacking, kleine Stichprobengrößen und fehlende Präregistrierung. Die Replikationskrise hat wesentlich zur Verbreitung von Open Science-Praktiken beigetragen.
Der Begriff Repository (Repositorium) wird in verschiedenen Zusammenhängen verwendet. Ein Repository ist die Infrastruktur und der zugehörige Dienst für eine dauerhafte, effiziente und nachhaltige Speicherung digitaler Objekte, etwa Dokumente, Daten und Quellcodes. Mit einem Repository kann auch speziell ein Dokumentenserver gemeint sein, auf dem Manuskripte archiviert werden. Bezogen auf den Bereich der Software ist ein Repository eine Sammlung von Dateien, die mit Hilfe einer Software zur Versionskontrolle verwaltet werden.
Die Reproduzierbarkeit bezieht sich auf die Methoden und Analyse und bezeichnet die Ähnlichkeit zwischen den Ergebnissen einer Studie oder eines Experiments und davon unabhängigen Ergebnissen Dritter, die mit den gleichen Methoden und unter identischen Bedingungen erzielt wurden.
Der Begriff Responsible Research and Innovation (RRI, auf Deutsch in etwa: verantwortungsvolle Forschung und Innovation) wird von den Rahmenprogrammen der Europäischen Union verwendet. Er steht dafür, dass wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklungsprozesse beschrieben und die (potenziellen) Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft berücksichtigt werden.
Eine Retraction (Zurückziehung) bezeichnet die formelle Rücknahme einer wissenschaftlichen Publikation durch die Autor:innen oder die Herausgeber:innen einer Zeitschrift. Gründe können schwerwiegende methodische Fehler, nicht reproduzierbare Ergebnisse, Datenfälschung oder Plagiarismus sein. Zurückgezogene Artikel bleiben in der Regel mit einem entsprechenden Hinweis in der Datenbank sichtbar. Die Plattform Retraction Watch dokumentiert und verfolgt Retractions systematisch. Retractions sind ein wichtiges Instrument zur Selbstkorrektur der Wissenschaft, werfen aber auch Fragen zur Qualität des Peer Reviews auf.
Mit Self-Archiving (Selbstarchivierung) ist die Bereitstellung einer Kopie eines Manuskripts über eine persönliche Website, ein institutionelles Repositorium oder ein anderes Repositorium gemeint.
Bei der „Version of Record“ oder Verlagsversion handelt es sich um einen Text, der bereits begutachtet und zur Veröffentlichung angenommen wurde. Er stimmt mit der im Verlag beziehungsweise in einer Zeitschrift veröffentlichten Fassung überein, sowohl redaktionell als auch vom Layout her.
Bei der Versionskontrolle (Version Control) geht es um eine logische und dauerhafte Verwaltung von Änderungen an Dokumenten, Computerprogrammen, Websites oder anderen Informationssammlungen. Dadurch bleiben einerseits Änderungen verfolgbar und andererseits können die Informationen auf einen früheren Stand zurückgesetzt werden.
Die Wiederholbarkeit oder Test-Retest-Zuverlässigkeit sagt aus, wie groß der Grad der Übereinstimmung zwischen den Ergebnissen aufeinanderfolgender Messungen ist, bei denen die gleiche Messgröße verwendet wurde und die unter den gleichen Messbedingungen durchgeführt wurden.
Es werden also die Messungen von einer einzigen Person oder einem einzigen Gerät am gleichen Gegenstand unter den gleichen Bedingungen und in kurzer Zeit durchgeführt. Ist die Test-Retest-Zuverlässigkeit nicht perfekt, liegt eine Test-Retest-Variabilität vor. Diese Variabilität kann beispielsweise durch intra-individuelle Variabilität und Intra-Beobachter-Variabilität entstehen. Eine Messung kann dann als wiederholbar bezeichnet werden, wenn die Variation kleiner ist als ein vorher festgelegtes Akzeptanzkriterium.
Replizierbarkeit bezeichnet die Möglichkeit, die Ergebnisse einer Studie mit neuen, unabhängig erhobenen Daten und ggf. leicht abgewandelten Methoden zu bestätigen. Sie ist damit abzugrenzen von Reproducibility, bei der dieselben Daten und Methoden verwendet werden. Während Reproducibility die rechnerische Nachvollziehbarkeit einer Analyse prüft, testet Replizierbarkeit, ob ein Befund über den ursprünglichen Datensatz hinaus Bestand hat – und ist damit ein zentrales Kriterium für die Generalisierbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Ein Working Paper (Arbeitspapier) ist ein wissenschaftliches Dokument, das Forschungsergebnisse in einem frühen Stadium präsentiert, bevor es in einer Zeitschrift veröffentlicht wird. Working Papers dienen dazu, Ergebnisse frühzeitig zu teilen, Feedback aus der Community einzuholen und wissenschaftliche Diskussionen anzustoßen.
In den Wirtschaftswissenschaften haben Working Papers eine besonders starke Tradition. Vor allem in der VWL spielen Preprints in Form von Working Papers eine wichtige Rolle. Fast alle Zeitschriftenaufsätze der großen Zeitschriften sind parallel zum Beispiel über Plattformen wie SSRN oder RePec auch frei zugänglich verfügbar. Working paper entsprechen funktional Preprints, werden in den Wirtschaftswissenschaften jedoch traditionell so bezeichnet.
Das Zweitveröffentlichungsrecht (§ 38 Abs. 4 UrhG) ist ein gesetzlich verankertes Recht in Deutschland, das Autor:innen wissenschaftlicher Artikel unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, ihre Werke nach einer Embargo-Frist von zwölf Monaten kostenfrei zugänglich zu machen – unabhängig von vertraglichen Vereinbarungen mit dem Verlag. Es gilt für Artikel, die im Rahmen einer mindestens zur Hälfte öffentlich geförderten Forschungstätigkeit entstanden sind und in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung veröffentlicht wurden. Das Zweitveröffentlichungsrecht ist ein zentrales rechtliches Instrument für den Grünen Weg des Open Access.